Mein Auftritt im ZDF Fernsehgarten

Ein Cheesecake in 5 Minuten...

Ein Fernseh-Auftritt ist immer eine aufregende Sache – auch nach so vielen Sendungen, die ich über die Jahren gemacht habe. Dabei habe ich gemerkt, dass besonders das LIVE Fernsehen mir großen Spaß macht. Man ist gezwungen genau in dem Moment präsent zu sein - und super fokussiert. Das ist eine Herausforderung, die ich liebe und immer versuche zu meistern.

Doch für einen perfekten Auftritt ist die Vorbereitung entscheidend. Es gibt viele Schritte, die zu der Vorbereitung eines Auftritts gehören. Wenn ich mir überlege, dass mein Auftritt beim ZDF Fernsehgarten 5:20 lang war und wie viele Stunden ich mich mit der Vorbereitung beschäftigt war – für jede Minute – kommt da schon einiges zusammen! Was so einfach aussieht, braucht eben Zeit. Und hochgerechnet für den Auftritt bedeutet das ca. 2 Stunden Vorbereitung pro Minute! Aber was soll ich sagen – ich liebe meinen Job, genau so wie er ist!

Wenn ihr mal wissen wollt, wie so ein Auftritt abläuft, dann lest weiter...

Erst kommt die Anfrage vom Sender. Ich bin seit 2011 Backexpertin bei ZDF Volle Kanne aber zum ersten Mal beim Fernsehgarten. Je nach Thema der Sendung wird dann ein Rezept ausgesucht bzw. entwickelt. Manchmal ist es ein Rezept aus eines meiner Büchern aber manchmal, wie letztes Wochenende, ist ein neues Rezept, das ich für die Show extra kreiert habe. Ich muss für mich immer einen Rahmen schaffen um dies zu tun: Anlass, Zutat, Jahreszeit, Gast-Wünsch etc. In diesem Fall ging es um New York, Sommer und mein neues Buch.
Backen, backen, backen bis das Rezept perfekt ist. Manchmal geht das ganz schnell und manchmal ist es ein Qual ;). Wichtig ist es, dass das Rezept nachvollziehbar ist und gelingt! Das ist immer mein Anspruch.

Dann muss ich für das Rezept eine Einkaufsliste für den Sender erstellen und eine Liste von Sachen, die ich aus Berlin mitbringe. Die Überlegung ist wie eine Choreographie. Den Ablauf in der Sendung zu konzipieren ist vor allem abhängig vom Zeitrahmen. Mit der zeitlichen Einschätzung weiß ich, was ich vorbereiten muss und was ich live für mein Publikum zeigen kann.
Für den Fernsehgarten habe ich z.B. 2 fertig Böden, 2 Cheesecakes und 2 Backformen nach Mainz gebracht. Zum Glück hatte ich eine Begleitung - denn bei so vielen Backformen und Kuchen, hätte ich alles niemals allein im Flugzeug transportieren dürfen und können.

Der Transport des Gebäcks zum Veranstaltungsort ist immer eine heikle Angelegenheit! Was muss transportiert werden und wie? Ich habe schon TK Teig in einer Styropor-Aktentasche wie ein Organ einmal nach Düsseldorf transportiert. Ich weiß ganz genau was im Flugzeug erlaubt und was nicht erlaubt ist. Und dann gibt es immer das Kommentare der Flugpassagiere bzw. des Sicherheitspersonals dazu. Meistens möchten sie ein Stückchen vom Kuchen abhaben! Ich glaube es hängt damit zusammen, dass backen recht emotional ist und man backt nie für sich allein. Also wenn man jemand sieht, der mit einem Kuchen fliegt, dann ist es richtig sonderbar und weckt viele Erinnerungen und Appetit!

Am nächsten Tag – ich fliege immer einen Tag vor dem Aufritt hin - kommt das Auspacken des Gebäcks und das Aufbauen am Set. Ich bin gerne sehr früh auf dem Set, mindestens 3 Stunden vor meinem Auftritt. Hier muss man starke Nerven haben. Es gibt immer ganz viele Leute auf dem Set – Kameramänner und -Frauen, Ton-Techniker, Bild-Regie, Autoren und die Person, die stets auf die Zeit achtet - eine Art Expeditor. Wichtig ist es für mich immer die Requisiten zu prüfen, so dass sie auch in der Sendung gut mitmachen. Oft gibt es ein kleiner Durchlauf des Ablaufs und danach geht’s dann ab in die Maske.

Beim Live Backen geht’s immer super schnell zu – und da muss man absolut konzentriert sein. Ich muss darauf achten, dass wenn ich 4 oder 5 kleine Schüsseln vor mir stehen habe mit „weißem Zeugs“ drin, dass ich differenzieren kann zwischen Backpulver, Hausnatron, Salz, Zucker und Stärke, um es meinen Zuschauern zu zeigen. Ich baue mir immer kleine Hinweise am Set auf z.B. die Reihenfolge der Schüsseln oder die Größe der Schüsseln sagt mir was drin ist. Kleine Tricks wie diese machen eine Menge aus, besonders wenn die Zeit so knapp ist, ich kann mir keinen Fehler erlauben.

Und wenn dann die Kamera vor mir steht, ich ein Zeichen bekomme, dass es in ein paar Sekunden los geht, dann brennt schon das Feuer in mir und ich will endlich starten! Die Choreographie im Kopf gehe ich die einzelnen Schritte durch, führe ein Interview mit der Moderatorin und versuche in der Zeit zu bleiben. Adrenalin schießt durch den Körper und das hilft mir, auf dem Punkt da zu sein! Und dann, nach 5 Minuten 20 Sekunden ist es wieder vorbei, ich bin glücklich und bekomme ein kleines Lächeln von der Redakteurin zugeschickt. Ein gutes Zeichen.

Und wie schön, dass ich dann am Ende doch – so wie man es am liebsten macht – mein Gebäck mit Zuschauern und dem Fernsehteam teilen kann.

Denn man backt nie nur für sich allein – oder die Kamera.

Wenn ihr auch das Rezept mal nachbacken wollt - dann gehts hier entlang zum Rezept!

Alles Liebe, Eure Cyn

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